
Die neue OM SYSTEM PEN:
Eine kompakte Kamera fürs „Everyday Adventure“
Mit der neuen OM SYSTEM PEN kehrt eine der bekanntesten kompakten Kamera Serien zurück – diesmal erstmals unter dem Namen OM SYSTEM. Mit einem Preis von rund 1.000 Euro, einem kompakten Retro-Design, MFT-Anschluss, integriertem Bildstabilisator und zahlreichen kreativen Funktionen richtet sie sich vor allem an Fotografen, die eine kleine Kamera für „Everyday Adventures“ suchen – und genau das beschreibt die Positionierung der Kamera ziemlich gut.
Inhaltsverzeichnis
Von der Olympus PEN zur OM SYSTEM PEN
PEN-Design und Bedienung
MFT-Anschluss statt fest verbauter Brennweite
Creative Dial: Der eigene Look direkt in der Kamera
Erstmals Phasen-Autofokus
Computational Photography kommt in die PEN-Serie
Video bleibt bewusst übersichtlich
Überarbeitetes 14-42 mm mit Wetterschutz
Fazit
OM SYSTEM PEN Gehäuse schwarz
- Einzigartige Reise- und Alltagsfotos: Computergestützte Fotografie und anpassbare Farb- und Schwarzweiß-Profile
- Kompakte Reisekamera: Leicht und wetterfest
- Ein echtes Kameraerlebnis: Integrierter elektronischer Sucher und haptische Kamerabedienelemente
- Schneller KI-Autofokus: KI-Motiverkennung, Phasendetektions-Autofokus und leistungsstarke Bildstabilisierung
- Kreative Freiheit zum Entfalten: Wechselobjektive und intuitive Kreativwerkzeuge
Von der Olympus PEN zur OM SYSTEM PEN
Die Geschichte der PEN-Serie beginnt bereits 1959 mit der ersten Olympus PEN. Die Grundidee war von Anfang an simpel: Fotografieren sollte möglichst unkompliziert, kompakt und für möglichst viele Menschen zugänglich sein. Daher auch die Anspielung mit dem Namen „PEN“: Eine Kamera sollte sich ähnlich selbstverständlich benutzen lassen wie Stift und Papier: klein, einfach zu benutzen und möglichst immer griffbereit.
Über die Jahrzehnte hat sich die PEN-Serie deshalb vor allem als kompakte und designorientierte Alternative zu größeren Kameras etabliert. Alltag, Reisen, Street Photography und spontane Momente standen dabei stärker im Mittelpunkt als maximale technische Leistung.
Die PEN ist deshalb keine Kamera, die man ausschließlich anhand des Datenblatts beurteilt. Der Sensor löst mit 20 Megapixeln auf und rein technisch ist die PEN sicherlich nicht die spektakulärste Kamera im OM SYSTEM Line-up. Sie versucht aber auch gar nicht, mit den höher positionierten Modellen um maximale Performance zu konkurrieren. Die neue PEN führt diese Idee nun erstmals unter der Marke OM SYSTEM weiter.

PEN-Design und Bedienung
Beim Gehäuse bleibt OM SYSTEM der Designsprache der PEN-Serie treu. Die Kamera wirkt klassisch, hochwertig und ist sichtbar von älteren Olympus-Kameras aus den 1960er-Jahren inspiriert. Das Retro-Design ist dabei nicht nur zum Look. Die PEN bietet mehrere Einstellräder und zahlreiche physische Buttons. Wer Blende, Belichtungskorrektur oder andere Einstellungen lieber direkt an der Kamera bedient, muss sich also nicht permanent durch Touchscreen-Menüs bewegen.
Ehrlich gesagt benötigt die Bedienung etwas Eingewöhnung, vor allem wenn das deine erste Kamera ist oder du das erste Mal eine OM SYSTEM Kamera in der Hand hast. Hat man die wichtigsten Funktionen aber einmal verinnerlicht, lässt sich die Kamera auch schnell und ohne viel Nachdenken steuern.
Auf der Rückseite sitzt außerdem ein bewegliches Display, das Aufnahmen aus niedrigen oder hohen Perspektiven erleichtert und gleichzeitig eine komfortable Touch-Bedienung ermöglicht, wenn man das bevorzugt. Besonders wichtig ist auch der große elektronische Sucher. Gerade bei hellem Sonnenlicht oder auch einfach um sich voll und ganz auf sein Motiv zu fokussieren, ist ein EVF auch bei einer kompakten Alltagskamera ein großer Vorteil.

Übrigens, die neue PEN ist die erste Kamera der PEN-Serie mit IPX1-Wetterschutz. Damit übernimmt die PEN einen Punkt, der bei OM SYSTEM seit Jahren zu den großen Stärken des Systems gehört. Eine Kamera für den Alltag soll schließlich nicht direkt in der Tasche verschwinden müssen, nur weil das Wetter einmal schlechter wird. Passend dazu wurde auch das neue 14-42-mm-Objektiv wettergeschützt aber dazu später noch mehr.
MFT-Anschluss statt fest verbauter Brennweite
Einer der größten Unterschiede zu vielen kompakten Lifestyle-Kameras ist der Micro-Four-Thirds-Anschluss. Die PEN besitzt kein fest verbautes Objektiv, sondern kann mit dem gesamten MFT-System genutzt werden. Damit verbindet sie den Formfaktor einer relativ kleinen Alltagskamera mit der Flexibilität einer vollwertigen Systemkamera. Gerade Micro Four Thirds passt sehr gut zu diesem Konzept, da viele Objektive vergleichsweise kompakt und leicht ausfallen. Dadurch lässt sich häufig sogar noch eine zweite Optik mitnehmen, ohne dass aus der kleinen Alltagskamera plötzlich ein großes Setup wird.

Creative Dial: Der eigene Look direkt in der Kamera
Eine der charakteristischsten Funktionen der neuen PEN sitzt auf der Vorderseite des Gehäuses: das Creative Dial. Dieses Feature gab es bereits bei der Olympus PEN-F und ähnliche kreative Funktionen sind auch in der OM-3 zu finden.
Wenn du am Creative Dial drehst, stehen dir vier Farbprofile und vier Monochrom-Profile zur Auswahl, aber die Möglichkeiten mit diesen acht Profilen gehen viel weiter. Dabei handeln es sich nämlich nicht einfach nur um einfache Filter. Die Profile können unter anderem über die Intensität einzelner Farbkanäle, die Tonkurve, Schärfe, Kontrast und verschiedene Effekte angepasst werden. So lässt sich ein sehr individueller Look entwickeln, der bereits bei der Aufnahme sichtbar ist.
Statt zunächst ein Bild in RAW aufzunehmen und später lange am Rechner zu bearbeiten, kann der finale Look schon während des Fotografierens entstehen und das verändert teilweise sogar die Art, wie man Motive wahrnimmt. Farben, Kontraste und Bildwirkung spielen schon beim Auslösen eine größere Rolle.

Bild: Foto Koch
Bild: Foto KochNeu ist außerdem die Möglichkeit, eigene Custom Looks über die O.I. Share App zu speichern und mit anderen zu teilen. Damit wird aus den Farbprofilen mehr als nur eine Funktion innerhalb der Kamera. Eigene Looks können ausgetauscht und auf kompatiblen Kameras genutzt werden.
Noch ausgefallener wird es mit den Art Filtern. Einige davon sind sicherlich Geschmackssache, können mit dem passenden Motiv aber spannende und ungewöhnliche Ergebnisse liefern.
Zum Start soll das Teilen von Custom Farb- und Monochromprofilen über die O.I. Share App mit der PEN, der OM-3 und der PEN-F kompatibel sein.

Erstmals Phasen-Autofokus
Auch technisch hat sich gegenüber älteren PEN-Modellen was getan. Die neue PEN ist die erste Kamera der Serie mit Phasen-Autofokus. Insgesamt stehen 121 Fokusfelder zur Verfügung. Dadurch soll der Autofokus vor allem bei bewegten Motiven und bei kontinuierlicher Fokussierung schneller und zuverlässiger arbeiten.
Zusätzlich gibt es eine KI-gestützte Motiverkennung:
- Im Fotomodus kann die Kamera Menschen, Hunde und Katzen erkennen
- Im Videomodus stehen Gesichts- und Augenerkennung zur Verfügung
Für eine Alltagskamera ist das ein wichtiger Punkt. Gerade bei spontanen Situationen möchte man sich möglichst wenig damit beschäftigen, einen Fokuspunkt manuell zu verschieben. Die Kamera soll das Motiv erkennen, verfolgen und zuverlässig scharfstellen. Das ist für eine Kamera dieser Klasse schon ziemlich ordentlich. Wer also eine kleine Kamera für Reisen, Alltag, Social Media und gelegentliche Videos sucht, bekommt hier ein sehr rundes Paket.
Computational Photography kommt in die PEN-Serie
Eine weitere Premiere für die PEN-Serie ist Computational Photography. Dafür besitzt die Kamera einen “CP”-Button. Hier verbergen sich Funktionen, bei denen mehrere Aufnahmen oder Verarbeitungsschritte automatisch miteinander kombiniert werden.
Dazu gehören unter anderem:
- High Resolution Shot
- Live ND
- HDR
- Mehrfachbelichtung
- Focus Stacking
Einige dieser Funktionen sind vor allem praktisch. High Resolution kann beispielsweise interessant sein, wenn bei einem statischen Motiv einmal mehr Auflösung benötigt wird. HDR hilft bei kontrastreichen Situationen und Focus Stacking kann besonders bei Makroaufnahmen sinnvoll sein. Andere Funktionen laden stärker zum Experimentieren ein. Mit Live ND können längere Belichtungszeiten simuliert werden, ohne dass zwingend ein physischer ND-Filter benötigt wird. Auch Mehrfachbelichtungen bieten zusätzlich kreative Möglichkeiten direkt in der Kamera.
Unterstützt wird das Ganze durch eine integrierte 5-Achsen-Bildstabilisierung. Gerade bei längeren Belichtungszeiten aus der Hand ist der IBIS ein großer Vorteil.
OM SYSTEM PEN Live ND
OM SYSTEM PEN Live ND
OM SYSTEM PEN MehrfachbelichtungFür Mehrfachbelichtungen kannst du sogar beliebige RAW-Aufnahmen aus der Kamera verwenden. D.h. Du kannst ein Bild auch am nächsten Tag als Basis für eine spannende Mehrfachbelichtung benutzen.
Video bleibt bewusst übersichtlich
Im Videobereich fällt die Ausstattung etwas übersichtlicher aus. Die PEN zeichnet 4K mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde auf. Damit ist sie sicherlich keine Kamera, die speziell für professionelle Videoproduktionen entwickelt wurde. ABER sie hat einen Mikrofonanschluss, d.h. wer den ein oder anderen Clip mit Mikro aufnehmen möchte, hat hier ebenfalls die Möglichkeit dazu. Für Reiseclips, Social-Media-Inhalte oder spontane Videos reicht das aber vollkommen aus.
Interessant ist außerdem, dass sich die eigenen Farb- und Monochrome-Profile auch auf Videos anwenden lassen. Wer Fotos und kurze Clips miteinander kombiniert, kann dadurch schon direkt in der Kamera einen einheitlichen Look erzeugen.
Überarbeitetes 14-42 mm mit Wetterschutz
Passend zur neuen PEN kommt eine überarbeitete Version des M.ZUIKO DIGITAL 14-42 mm F3.5-5.6. Durch den Crop-Faktor von Micro Four Thirds entspricht der Bildwinkel ungefähr 28-84 mm an Vollformat. Damit reicht das Objektiv vom moderaten Weitwinkel bis in den leichten Telebereich und deckt einen großen Teil typischer Alltagssituationen ab.
Das 14-42 mm gab es grundsätzlich bereits zuvor. Der entscheidende Unterschied der neuen Version ist der Spritzwasserschutz nach IPX1. Dadurch ist nun nicht nur die Kamera selbst, sondern auch die Kombination aus PEN und Kitobjektiv wettergeschützt. Das Objektiv fällt dadurch etwas größer aus als die bisherige Version, bleibt insgesamt aber weiterhin kompakt genug, um gut zum Konzept der PEN zu passen.
Mit einer Lichtstärke von f/3.5-5.6 ist es natürlich kein Objektiv für maximale Freistellung oder besonders schwierige Low-Light-Situationen. Wer mehr Lichtstärke möchte, findet im Micro-Four-Thirds-System zahlreiche kleine Festbrennweiten.

Für wen und wofür ist die OM SYSTEM PEN gedacht?
Die neue PEN dürfte besonders für Alltag, Reisen, Street Photography oder z.B. Familienmomente die passende Wahl sein – also immer dann, wenn eine größere Kamera möglicherweise schon zu viel wäre.
Der Wetterschutz erweitert diesen Einsatzbereich zusätzlich. Die Kamera soll eben nicht nur bei perfektem Wetter funktionieren, sondern tatsächlich ein Begleiter für den Alltag sein.
Besonders interessant ist sie außerdem für Fotografen, die gerne direkt mit JPEGs und fertigen Looks arbeiten. Die Farbprofile, Art Filter, Computational Photography Features und die Möglichkeit, eigene Looks über die App zu teilen, machen diesen kreativen Ansatz zu einem der größten USPs der Kamera. Gleichzeitig bleibt man dank Micro-Four-Thirds-Anschluss deutlich flexibler als bei einer klassischen Kompaktkamera mit fest verbautem Objektiv. Gerade mit einem Preis von ungefähr 1.000 Euro ist das Gesamtpaket interessant. Viele kompakte, designorientierte Kameras liegen inzwischen deutlich über dieser Marke.
Die PEN ist eine Kamera, die klein genug ist, um sie tatsächlich mitzunehmen, robust genug für wechselndes Wetter und kreativ genug, dass das Fotografieren immer wieder aufs Neue Spaß macht. Und wenn sie dafür sorgt, dass man häufiger fotografiert, mehr ausprobiert und weniger Zeit damit verbringt, über Technik nachzudenken, dann erfüllt die neue OM SYSTEM PEN ziemlich genau das, wofür die Serie schon immer stehen sollte.
