
Nikon Z5IIC im Praxistest:
Einfacher Einstieg, volle Möglichkeiten?
“Einsteigerkameras” werden meist einfacher, indem man ihnen Funktionen wegnimmt. Mit der neuen Z5IIC versucht Nikon fast schon das Gegenteil… Denn unter der Haube steckt hier erstaunlich viel von der beliebten Z5II:
- 24 Megapixel Vollformat-Sensor
- starker Autofokus
- Bildstabilisierung
- und sogar ziemlich umfangreiche Video-Features.
Nikon hat also nicht einfach die Funktionen gestrichen, die man am Anfang vielleicht noch nicht versteht oder nicht braucht. Stattdessen versucht die Kamera, diese Komplexität zugänglicher zu machen, sodass man ziemlich schnell zu guten Ergebnissen kommt. Wir haben uns angeschaut, wie gut das im Alltag funktioniert. Motivprogramme und schnell erreichbare Bildlooks machen den Einstieg tatsächlich einfacher. Bei Größe und Display bleiben allerdings Kompromisse.
Inhaltsverzeichnis
Die Z5IIC in Kurz
Vollformat, Autofokus und Bildstabilisierung: Was bleibt von der Z5II?
Motivprogramme: schneller zu guten Ergebnissen
Picture Controls: kreative Bildlooks per Knopfdruck
Bedienung im Alltag: kleine Details mit großem Nutzen
Wie kompakt ist die Nikon Z5IIC wirklich?
Ohne Sucher fotografieren: gut gelöst, mit einer Schwäche
Video: vom Familienclip bis zum anspruchsvolleren Projekt
Nikon Z5IIC oder Z5II: Welche passt zu euch?
Unser Fazit: leichter einsteigen, mit Spielraum zum Lernen
Nikon Z5IIC Gehäuse silber
- Vollformat-Systemkamera Nikon Z5IIC
- Leichtes und schlankes Design mit guter Haptik
- 24,5 Megapixel FX-CMOS-Sensor
- 4K 60p Video im N-RAW-Format
- Bildstabilisierung über bis zu 7,52 Blendenstufen
- Intelligentes Autofokus-System mit Mehrfach-Motivwahrnehmung
- Gehäuse abgedichtet gegen Staub und Feuchtigkeit
- Objektiv-Anschluss: Nikon-Z Mount
In Kurz: Für wen lohnt sich die Nikon ZIIC
Die Nikon Z5IIC passt zu Einsteigern und Umsteigern, die eine vielseitige Vollformatkamera für Fotos und Videos suchen und gerne über das Display fotografieren. Ihre Stärken sind die einfache Bedienung und der Spielraum für anspruchsvollere Aufnahmen. Wer einen Sucher, ein höher auflösendes Display oder zwei Speicherkartenslots benötigt, sollte sich die Nikon Z5II genauer anschauen.

Vollformat, Autofokus und Bildstabilisierung: Was bleibt von der Z5II?
Die Nikon Z5IIC übernimmt denselben 24,5-Megapixel-Vollformatsensor und EXPEED-7-Prozessor wie die Z5II. Damit bleibt eine leistungsfähige Grundlage für Bildqualität und Autofokus erhalten. Für den Einstieg ist das ein sinnvoller Ansatz. Ihr könnt zunächst mit Automatik fotografieren und später selbst bestimmen, wie Blende, Verschlusszeit und ISO euer Bild beeinflussen.
Auch Autofokus und integrierte Bildstabilisierung haben uns im Praxiseinsatz überzeugt. Die Motiverkennung unterstützt unter anderem Menschen und Tiere. Der Bildstabilisator hilft bei Freihandaufnahmen und insbesondere auch bei wenig Licht. Den Akku EN-EL15c kennt man ebenfalls aus der Nikon Z5II.
Beispielbild: Motivprogramm LandschaftMotivprogramme: schneller zu guten Ergebnissen
Die Z5IIC bietet 15 Motivprogramme, etwa für Porträts, Sport, Haustiere oder Sonnenuntergänge. Ihr wählt eine passende Szene, und die Kamera stimmt mehrere Einstellungen auf diese Situation ab.
Das nimmt gerade am Anfang Druck aus der Bedienung. Wer ein Sportfoto machen möchte, muss sich nicht zuerst durch alle Kameraeinstellungen arbeiten. So bleibt mehr Aufmerksamkeit für Motiv, Perspektive und den richtigen Moment. Gleichzeitig bleiben die manuellen Möglichkeiten erhalten.
Startet mit einem Motivprogramm und arbeitet euch anschließend gezielt von Automatik, über Halbautomatik bis zum komplett manuellen Modus. So wird aus der Unterstützung durch die Kamera ein Ausgangspunkt zum Lernen.
Bild: Foto Koch
Bild: Foto Koch
Bild: Foto KochPicture Controls: kreative Bildlooks per Knopfdruck
Besonders gut gefallen haben uns die Picture Controls. Über eine eigene Taste erreicht ihr die Bildprofile schnell und könnt verschiedene Looks ausprobieren, ohne lange im Menü zu suchen.
Das ist mehr als eine nette Zusatzfunktion. Ein Schwarz-Weiß-Look kann den Blick auf Licht und Formen lenken; eine andere Farbabstimmung verändert die Wirkung einer Alltagsszene. Die Kamera macht solche kreativen Entscheidungen direkt beim Fotografieren zugänglich.
Nikon bietet außerdem Bildrezepte zum Herunterladen über die Nikon Imaging Cloud an. Mit NX Studio lassen sich eigene Flexible-Color-Einstellungen erstellen und auf die Kamera übertragen. Ihr müsst also keinen eigenen Look entwickeln, um damit anzufangen. Gleichzeitig bleibt genug Raum, vorhandene Profile an euren Geschmack anzupassen.
Bild: Foto Koch
Bild: Foto KochDu kannst die Bildlooks, die dir zur Auswahl stehen, beliebig anpassen. Die Looks, die du sowieso nie verwendest, kannst du nämlich ganz einfach aus der Liste entfernen. So musst du dich nicht durch 20 verschiedenen Looks durchklicken bist du dein Lieblings-Rezept gefunden hast.
Bedienung im Alltag: kleine Details mit großem Nutzen
Bei einer Einsteigerkamera zählt, wie reibungslos die häufigen Handgriffe funktionieren. Hier macht die Z5IIC einiges richtig. Der Wechsel zwischen Foto und Video ist, wie von Nikon gewohnt, sehr schnell. Besonders praktisch: Einstellungen lassen sich für die beiden Bereiche getrennt nutzen. Ihr könnt beim Fotografieren die Verschlusszeit verändern, ohne eure Videoeinstellung jedes Mal neu aufbauen zu müssen. Auch unterschiedliche Looks für Foto und Video sind möglich.
Der Weißabgleich lässt sich bei Bedarf jedoch auch zwischen den Modi synchronisieren. Das hilft, wenn Fotos und Videos einer Szene farblich zusammenpassen sollen. Im Selfie-Modus erleichtern eine reduzierte Anzeige und der automatische Selbstauslöser die Aufnahme vor der Kamera. Etwas vermisst haben wir den Joystick. Die Touch-Bedienung funktioniert, kommt man jedoch von größeren Kameras, ist es erstmal etwas ungewohnt.
Wie kompakt ist die Nikon Z5IIC wirklich?
Das “C" steht laut Nikon für “casual", nicht für “compact”. Die Bezeichnung passt, denn das unkomplizierte Fotografieren im Alltag ist mit der Z5IIC absolut gegeben – besonders kompakt ist die Kamera dabei allerdings nicht.
Ohne Sucheraufbau fällt die Oberseite flacher aus. Mit Akku und Speicherkarte wiegt die Z5IIC ungefähr 620 Gramm, die Z5II etwa 700 Gramm. Breite und Tiefe sind bei beiden Kameras jedoch naherzu gleich. Die Ersparnis ist spürbar, aber überschaubar. Wer eine ausgesprochen kleine Vollformatkamera sucht, sollte deshalb das komplette Set inklusive Objektiv vergleichen.
Der ausgeprägte Griff trägt zur Größe bei, bietet beim Fotografieren aber guten Halt. Verarbeitung und Gehäusegefühl haben uns ebenfalls gefallen. Für ein handliches Alltagsset können kompakte Nikon-Z-Objektive sinnvoll sein, beispielsweise das NIKKOR Z 26mm f/2.8 oder das NIKKOR Z 40mm f/2. Entscheidend ist, welche Brennweite zu euren Motiven passt.

Ohne Sucher fotografieren: gut gelöst, mit einer Schwäche
Der fehlende elektronische Sucher hat uns weniger gestört als erwartet. Über das schwenkbare Display lassen sich niedrige und hohe Perspektiven bequem gestalten. Bei spontanen Situationen bleibt zudem mehr von der Umgebung im Blick. Wer bisher mit dem Smartphone fotografiert, ist diese Art der Bildgestaltung bereits gewöhnt.
Damit wird das Display allerdings zur zentralen Schnittstelle. Die Z5IIC besitzt einen 3,2-Zoll-Touchscreen mit etwa 1,04 Millionen Bildpunkten. Das ebenfalls 3,2 Zoll große Display der Z5II bietet etwa 2,1 Millionen Bildpunkte.
Die geringere Auflösung fiel uns im Alltag deutlich weniger auf, als die Zahlen vermuten lassen. Schwieriger wurde es bei kräftigem Sonnenlicht: Da wird es dann schon etwas schwieriger, das Bild auf dem Display richtig zu erkennen. Den Bildausschnitt und die Aufnahme genauer zu beurteilen, ist dadurch dementsprechend eingeschränkt.
Auflösung und Ablesbarkeit bei Sonne sind unterschiedliche Eigenschaften. Unser Kritikpunkt bleibt dennoch: Wenn eine Kamera vollständig auf den Monitor setzt, wünschen wir uns dort möglichst viel Komfort. Wer häufig draußen bei hellem Licht fotografiert, hat es mit einer Kamera mit Sucher etwas einfacher.

Video: vom Familienclip bis zum anspruchsvolleren Projekt
Auch beim Filmen bietet die Z5IIC Spielraum zum Wachsen. Für Familienvideos oder Social-Media-Content könnt ihr unkompliziert starten; für eine intensivere Nachbearbeitung stehen N-Log und interne N-RAW-Aufzeichnung zur Verfügung.
Zu den Videooptionen gehören 4K UHD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und Full HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. 4K/60p wird im DX-Format aufgenommen, nutzt also einen kleineren Sensorausschnitt. Euer Bildwinkel wird dadurch enger – das solltet ihr besonders bei Weitwinkelaufnahmen oder Vlogs berücksichtigen. N-RAW unterstützt eigene Auflösungs- und Bildratenkombinationen.
Besonders hilfreich finden wir die vordere REC-Leuchte, auch Tally-Licht genannt. Sie zeigt an, dass die Aufnahme läuft. Gerade wenn ihr selbst vor der Kamera steht, ist diese Rückmeldung im Alltag oft wertvoller als ein zusätzlicher Menüpunkt.
Nikon Z5IIC oder Z5II: Welche passt zu euch?
Die große Frage ist jetzt aber: Welche der beiden Kameras ist die richtige für mich? Z5II oder Z5IIC?
- Die Z5II bietet den Sucher, das bessere Display und einen zweiten Kartenslot. Dadurch ist sie das etwas klassischere Kameraerlebnis – aber auch etwas größer, schwerer und unpraktischer mitzunehmen.
- Die Z5IIC hingegen ist flacher, etwas leichter und für die einfache Bedienung optimiert.
Die Z5IIC passt zu dir, wenn du gerne über das Display fotografierst, eine flachere Kamera bevorzugt und euch einen einfachen Einstieg mit Motivprogrammen wünscht.
Die Z5II passt zu dir, wenn du einen Sucher nutzen möchtest oder Wert auf das höher auflösende Display, den Joystick und einen zweiten Kartenslot legst. Zwei Slots ermöglichen beispielsweise eine parallele Sicherung von Fotos auf zwei Karten – hilfreich bei Aufnahmen, die sich nicht wiederholen lassen.
Vergleiche außerdem die aktuellen Preise und Kit-Angebote. Eine niedrigere UVP bedeutet nicht automatisch, dass die Z5IIC zum Kaufzeitpunkt das günstigere Angebot ist. Überlegt deshalb zuerst, welche Ausstattung ihr tatsächlich nutzt.
Nikon Nikkor Z 40mm f/2,0 Nikon Z
Unser Fazit: leichter einsteigen, mit Spielraum zum Lernen
Die Nikon Z5IIC trifft viele Erwartungen an eine moderne Einsteigerkamera. Motivprogramme, schnell erreichbare Bildlooks und praktische Bedienungsdetails helfen beim Start. Gleichzeitig bleiben die Möglichkeiten erhalten, später bewusster zu fotografieren und anspruchsvoller zu filmen.
Unsere einzige Kritik betrifft vor allem das Gehäusekonzept: Der Verzicht auf den Sucher spart weniger Größe und Gewicht, als man vielleicht erwartet. Außerdem hätten wir uns bei einer so stark auf den Monitor ausgerichteten Kamera ein besseres Display gewünscht. Wer mit diesen Punkten gut zurechtkommt, bekommt eine vielseitige Vollformatkamera, die den Einstieg erleichtert und danach weiterhin genug Möglichkeiten bietet. Wer einen klassischen Sucher bevorzugt, findet in der Z5II aber die passende Alternative.
FAQ: Häufige Fragen zur Nikon Z5IIC
Ja. Die Nikon Z5IIC erleichtert den Einstieg mit Automatik, 15 Motivprogrammen und Touch-Bedienung. Gleichzeitig bietet sie Halbautomatiken und einen manuellen Modus, sodass ihr euch schrittweise mit den vielen Einstellungen beschäftigen könnt.
Nein. Die Nikon Z5IIC besitzt keinen eingebauten elektronischen Sucher. Ihr gestaltet eure Aufnahmen über den neig- und drehbaren 3,2-Zoll-Touchscreen.
Die wichtigsten Unterschiede im Alltag sind Sucher, Display, Kartenslots, Joystick und Gehäusehöhe. Die Z5IIC ist flacher und etwa 80 Gramm leichter. Außerdem bietet sie mit den Scene-Modes Automatiken, mit denen man als Einsteiger schneller zu guten Ergebnissen kommt. Die Z5II bietet einen elektronischen Sucher, ein höher auflösendes Display, einen Joystick und zwei SD-Kartenslots.
Laut Nikon steht das C für „casual“. Gemeint ist ein zugängliches Kamerakonzept für unkomplizierte Fotos und Videos im Alltag.
Ja. Die Z5IIC besitzt eine integrierte Bildstabilisierung mit Sensorverschiebung auf fünf Achsen. Sie reduziert Verwacklungen durch Kamerabewegungen. Bewegte Motive benötigen dennoch eine ausreichend kurze Verschlusszeit.
Ja. Die Z5IIC unterstützt 4K UHD bis 60p sowie interne N-RAW-Aufzeichnung. 4K/60p verwendet einen DX-Crop. Für N-RAW gelten eigene Formatgrenzen: Nikon nennt dort maximal 30p in den aufgeführten FX- und DX-Auflösungen.
Picture Controls sind Bildprofile, mit denen ihr die Farbabstimmung und den Look beeinflusst. Nikon-Bildrezepte stellen entsprechende kreative Einstellungen bereit. Die Z5IIC unterstützt Rezepte aus der Nikon Imaging Cloud sowie den Import von Flexible-Color-Einstellungen aus NX Studio.
Die Nikon Imaging Cloud stellt unter anderem Bildrezepte und Firmware-Updates bereit. Außerdem ermöglicht sie die automatische Übertragung von Bilddateien in voller Auflösung über WLAN an unterstützte Cloud-Dienste. Dafür muss die Verbindung eingerichtet sein; nicht jeder beliebige Cloud-Anbieter wird unterstützt.
